Die Geschichte von Raceyard

Wie alles begann (2005 / 2006)

Angefangen hat alles im Jahr 2005, als fest stand, dass im Juli 2006 die erste Formula Student Veranstaltung in Deutschland stattfinden wird. Damals, im Juli 2005, war es Herr Prof. Feldmann, der mit einem Aushang eine Gruppe von Ingenieurwissenschaftsstudenten zu einem gemeinsamen Treffen bewegen wollte und ein Team für das Formular Student Team der FH Kiel suchte.

Aus dieser Gruppe haben sich im Laufe des ersten Jahres 23 Teammitglieder herauskristallisiert. Diese Gruppe war es, die den - durchweg sehr erfolgreichen T-Kiel A 06 - entwickelt, konstruiert, gebaut, getestet und gefahren hat.


Der erste und größte Erfolg des Teams stand dann im Jahr 2006 vor der Tür. Der T-Kiel A 06 war sogar so erfolgreich, dass er in Hockenheim den Titel „Best Newcomer 2006“ gewonnen hat. Als Gesamtplatzierung "fuhr" unser Bolide den 14 Platz ein. Unser Wagen war einfach "unkaputtbar"

Die Erfolgsgeschichte ging weiter (2006 / 2007)

Nach einer heißen Phase, konstruierten, planten und bauten wir den zweiten Kieler Renn-Boliden, den T-Kiel A 07. Das ganze Team arbeitet ein ganzes Jahr lang hart um die guten Leistungen des Vorjahres Teams bestätigen zu können.

Es gelang uns nach einem erfolgreichen Roll-Out (im April 2007 / drittes deutsches Team) unseren T-Kiel A 07 in Silverstone (England) an den Start zu bekommen. Dort bauten wir das dritt schnellste Formula Student Auto der Welt. Eine Fabelzeit von 3,866s bescherte uns diesen Titel.

Absoluter Höhepunkt war auch in dieser Saison das Formula Student Germany Event auf dem legendären Hockenheim Ring. Wieder konnten wir einen Pokal mit nach Kiel bringen. Wir gewannen den Acceleration Award 2007. Unsere Zeit von 4,11 Sekunden war für die Konkurrenz nicht schlagbar - Wunderbar !!!

Zum Abschluss einer wieder mal erfolgreichen Saison nahmen wir an dem Formula Student Event in Italien teil.

Aller guten Dinge sind drei (2007 / 2008)

Im Jahr 2007 machte sich das Team der Kieler Fachhochschule daran seinen dritten T-Kiel A zu entwickeln. Insgesamt 35 Studenten der Studiengänge Maschinenbau, Int. Vertriebs- und Einkaufsingenieurswesen, Mechatronik, BWL und Industriedesign (der Muthesius Kunsthochschule zu Kiel) schlossen sich zusammen, um den Rennwagen noch fortschrittlicher zu konstruieren. Die erste Deadline war gesteckt: Bis zum 31.12.2007 sollte das Model des T-Kiel A 08 virtuell (3D / Solid Works) fertiggestellt sein.


Ab Januar ging es in die Fertigungsphase. Viel Schweiß und lange Nächte haben sich gelohnt. Stolz konnte das Team seinen dritten Schützling am 14.Mai 2008 beim Roll-Out im Norwegenkai präsentieren.

Nach wochenlangem Training und zahlreiche Testfahrten weiter, stellten sich die Kieler ihrer Konkurrenz in Hockenheim. Nicht weniger erfolgreich als in den Jahren zuvor beendeten wir die Saison als dritt beste deutsche FH.

Zum krönenden Saisonausgang begeisterten wir noch einmal auf dem Hamburger Stadtparkrennen zahlreiche Zuschauer.

Die beste Saison aller Zeiten (2008 / 2009)

Nachdem die Saison 07/08 mit dem 17. Platz in Hockenheim zufriedenstellend beendet wurde, verließen nahezu alle Mitglieder das Team. Ein enormer personeller Wandel war die Folge. Es dauerte recht lange, bis sich aus den vielen neuen Gesichtern ein Team formte und effektiv mit der Arbeit beginnen konnte. So wurde die Konstruktion nicht wie geplant Ende Dezember, sondern erst im Februar beendet. Ziel der Konstruktion war es, den T-Kiel A 08 in Details weiter zu entwickeln.

Anfang März konnte dann endlich die Fertigung beginnen, welche bis auf Kleinigkeiten sehr gut verlief. Am 18. April konnten wir so auf unserem Roll-Out ein nahezu fahrfertiges Auto präsentieren und zum ersten Mal konnte man erahnen, dass es im Design eine Revolution wird. Zudem waren wir das erste Team in Europa, das einen lauffähigen Motor vorweisen konnte.

Anfang Juni war es dann soweit. Die ersten Testfahrten standen an und waren sehr vielversprechend. Natürlich gab es noch einiges zu verbessern, aber der Wagen fuhr sehr zuverlässig und war schnell. Wir hatten also eine gute Basis um den Wagen für die Events zu perfektionieren.

Die Events liefen für uns mehr als erfolgreich. In Silverstone konnten wir den begehrten Acceleration-Award gewinnen und platzierten uns auf Platz 11 von 88 in der Gesamtwertung. In Hockenheim mussten wir ein wenig Lehrgeld zahlen und sind am Ende 20. von 78 geworden. Auch hier konnten wir den Acceleration Award erringen. Im Österreichischen Melk wäre am Ende sogar Platz 5 herausgekommen, aber leider hat uns ein geplatzter Kühlmittelschlauch wenige Runden vor Schluss der Endurance einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Am Ende war diese Saison die erfolgreichste in der Geschichte von Raceyard. Da viele Leistungsträger dem Team erhalten bleiben werden, streben wir in diesem Jahr natürlich weiter nach vorn.

Raceyard erstmals unter den ersten 10 (2009 / 2010)

Die Saison 09/10 begann unter guten Vorzeichen. Viele alte Teammitglieder blieben im Team und wir konnten vakante Stellen schnell und hochkarätig besetzen. So war es kein Wunder, dass wir Anfang Oktober erheblich weiter waren, als im Jahr davor, wo fast alle in ihrer ersten Saison waren. Diesen Vorsprung konnten wir nutzen, um den T-Kiel A09 sehr gründlich auf Schwachstellen zu untersuchen. Viele solcher wie die zu schwache Bremse, die nur knapp ausreichende Kühlleistung, die nicht optimalen Reifen und das zu hohe Gewicht wurden sehr gründlich analysiert und letztlich auch beseitigt.

Im Februar ging es dann in die Fertigung, wobei wie immer der Rahmen als erstes fertig wurde. Leider hatten wir dann ein paar Lieferschwierigkeiten, weshalb wir den Roll-Out einmal verschieben mussten. Am 15.05 war es dann soweit und wir konnten den T-Kiel A 10 der Öffentlichkeit vorstellen. Zum ersten Mal nach 2006 fand dieser wieder auf dem Gelände der FH statt.

Nach dem Roll-Out wurde der Wagen dann getestet und es zeigte sich schnell, dass er eine große Weiterentwicklung zum 09er Wagen sein würde. Die Schwachstellen waren beseitigt und er fuhr sich deutlich besser. Verbesserte Test- und Datenakquisemethoden halfen uns dann dabei, den Wagen optimal auf die Events abzustimmen.

Den ersten Erfolg konnten wir in England feiern, wo wir zwar keinen Pokal gewinnen konnten, wie im Vorjahr, aber im Gesamtklassement erstmals unter die ersten 10 fuhren. In Deutschland lief es ähnlich gut. Der Wagen war sehr schnell und wir standen vor dem Beginn der Endurance ebenfalls sehr gut da. Unser erster Fahrer fuhr sehr gute Rundenzeiten, so dass wir auch in Hockenheim mit einem Platz unter den ersten 10 rechnen konnten. Beim Fahrerwechsel wurden wir dann aber disqualifiziert, da unser Differential Öl verlor. Dies hat uns einen möglichen Platz zwischen 7 und 10 vermasselt. Insgesamt waren wir nach einer kurzen, tiefen Enttäuschung aber doch sehr zufrieden, da sich deutlich gezeigt hat, wie stark sich das Team und das Auto weiterentwickelt haben.

Nun gilt es, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben, und in diesem mit einem neuen Team noch weiter nach vorn zu fahren.

Der krönende Abschluss (2010 / 2011)

Wie schon zwei Jahre zuvor fand auch zu Beginn dieser Saison ein großer Umbruch statt. Lediglich fünf Teamitglieder entschließen sich, noch eine Saison weiterzumachen. Alle übrigen wurden neu ins Team geholt und es waren überwiegend Erstsemester. Entsprechend lang war die Einarbeitungsphase nach dem Kick-Off am 01.10, doch es stellte sich schnell heraus, dass viele der Neuen frische und mutige Ideen entwickeln. Das Ziel, die Top 5, war mit einem so unerfahrenen Team natürlich sehr schwer zu erreichen, doch wir hielten vorerst daran fest.

Ende Januar, als die Konstruktion sich dem Ende näherte, konnte man bereits deutlich erkennen, dass ein Auto mit vielen Detailverbesserungen und einigen großen Veränderungen entstehen würde. Ob diese Veränderungen uns wirklich schneller machen würden, war völlig offen. Im Februar und März wurde eifrig in der Werkstatt geschraubt, wobei viele kleine Probleme uns immer wieder zurückwarfen. Doch wir ließen uns nicht entmutigen und konnten zum Roll-Out Anfang Mai ein nahezu fertiges Auto präsentieren. Vier Wochen Später, beim E-Race in Neumünster, wurde es dann zum ersten Mal im Wettbewerb eingesetzt, musste aber leider wegen eines technischen Defektes aufgeben.

Nach vielen weiteren Testkilometern am Flughafen Holtenau sind wir dann Mitte Juli mit einem konkurrenzfähigen Auto nach Silverstone gefahren. Trotz kleiner Probleme konnten wir einen 12. Platz bei 80 Teams erreichen. Zudem gewannen wir den Preis für das beste Motorenkonzept, der erste statische Preis in der Raceyard Geschichte. Nach Silverstone konnte der Wagen nochmal deutlich verbessert werden,  so dass wir in Deutschland mit dem 14. Platz bei 80 Teams die beste Platzierung in der Raceyardgeschichte erringen konnten. Die Top 5 haben wir zwar nicht erreicht, doch in Anbetracht der Umstände sind die Platzierungen ein voller Erfolg.

Der T-Kiel A 11 war der letzte Rennwagen mit klassischem Verbrennungsmotor. Der T-Kiel A 12 wird mit einem Elektromotor erstmals an der Formula Student Electric teilnehmen. Es wird spannend…